Etablieren von Müllmanagement und Kreislaufwirtschaft insbesondere in Asien

14. Jan 2019 Kategorie Association News

Zwei Dutzend globale Grosskonzerne schliessen sich zu einer Allianz gegen Plastikmüll zusammen, darunter bekannte Unternehmen wie Henkel, Shell, BASF und Procter&Gamble

Über eine Non-Profit-Gesellschaft wollen die Unternehmen innerhalb der «Alliance to End Plastic Waste AEPW» in einem ersten Schritt rund 1,5 Milliarden Dollar bereitstellen. Mit dem Geld soll insbesondere in Asien der Kampf gegen die unkontrollierte Verbreitung von Kunststoffmüll unterstützt werden. Gefördert werden Projekte im Bereich Müllmanagement und Kreislaufwirtschaft, neue Recycling-Technologien und Materialien sowie Initiativen zur Reinigung von stark belasteten Flüssen und Ozeanbereichen.

Langfristig, so die Hoffnung, könnten auf globaler Ebene möglichst umfassende Kreislaufsysteme etabliert werden, um Kunststoffabfälle entweder energetisch zu nutzen oder wieder zu verwerten. Als Vorbild gilt etwa die Aluminium-Industrie, die vor Jahrzehnten wegen der großen Mengen an Getränkedosen ebenfalls am Pranger stand und das Problem in den Griff bekam.

Verschmutzung vor allem in Schwellenländern

Vor allem die Schwellenländer sind verantwortlich für die Verschmutzung der Ozeane: 90 Prozent des Plastikmülls werden aus zehn asiatischen und afrikanischen Flüssen ins Meer gespült, ermittelten Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig und der Hochschule Weihenstephan.

Zu den Hauptverschmutzern zählen der durch China ins Ostchinesische Meer fliessende Jangtse und der Indus, der durch Indien und Pakistan bis zum Arabischen Meer verläuft. Dazu kommen Mekong, Nil und Niger als Haupt-Abfallträger.

Kunststoffe als vorteilhaftere und nachhaltigere Alternative positionieren

Ziel der neuen AEPW-Initiative ist aber nicht nur, drohende Imageschäden bei Endverbrauchern abzuwehren. Letztlich geht es für die Chemiekonzerne auch darum, Kunststoffe langfristig als letztlich vorteilhaftere und nachhaltigere Alternative im Vergleich zu konkurrierenden Materialien wie Aluminium zu positionieren, indem man Kreislaufsysteme etabliert, die eine Wiederverwertung der Plastikabfälle sicherstellen.

Firmen wie BASF und Dow haben dazu auch unternehmenseigene Projekte gestartet, Plastikabfälle über sogenannte Pyrolyse-Verfahren wieder zu Rohstoffen zu verwandeln. Die BASF etwa spricht von Chemcycling. Dabei werden Kunststoffabfälle unter Einwirkung von Wärme aufbereitet und wieder als Rohstoff in die Großanlagen für Basischemikalien eingespeist.

Swiss Plastics begrüsst diese Initiative als wichtigen Beitrag, um das Problem der Kunststoffemissionen dort zu bekämpfen, wo dieses entsteht.

Quelle: Handelsblatt, online Ausgabe 14. Januar 2019

Photo: Gervyn Louis on Unsplash