Kunststoffabfälle belasten das Klima nur wenig

28. Feb 2019 Kategorie Association News

Ein Verzicht auf Kunststoffverpackungen hat negative Klimaeffekte - wenn man Klimaschutz ernsthaft betreibt, führt kein Weg an Kunststoffverpackungen vorbei.

In der Schweiz fallen rund 200.000 Tonnen Kunststoffabfall pro Jahr im Kehricht aus den privaten Haushaltungen an1 und wird der Kehrichtverbrennung zugeführt, wo die dabei entstehende Energie genutzt wird und zB. in Fernwärmenetze eingespiesen wird. Eine andere effiziente Nutzung ist die Verwendung der bei der Verbrennung entstehenden Energie zum Betrieb von Zementwerken. Beide Nutzungen reduzieren den CO2 Footprint.

Insgesamt wird in der Schweiz ein CO2 Äquivalent von 48.29 Millionen Tonnen pro Jahr verursacht. Der grösste Anteil entfällt auf den Verkehr mit 15.20 Millionen Tonnen. Die Abfallwirtschaft – über alle Werkstoffe wie Glas, Kunststoff, Metall, Papier etc. – trägt nur 3.67 Millionen Tonnen dazu bei.2

Bei der Verbrennung vom Kunststoffabfall aus Schweizer Haushaltungen entsteht rund 70 kg CO2 pro Einwohner und Jahr. Die gesamte Abfallwirtschaft – also alle Werkstoffe – verursacht rund 430 kg CO2 pro Einwohner und Jahr. Ein Verzicht von Kunststoffverpackungen entspricht also einer CO2 Einsparung bei der Verbrennung pro Person von rund 70 kg. Wenn diese Person nur ein Mal im Jahr von Zürich nach Berlin fliegt, belastet sie die Umwelt bereits mit 81 kg CO2!3 Und das nur in 1,5 Stunden und nicht während 365 Tagen.

Ein Verzicht auf Kunststoffverpackungen hat negative Klimaeffekte

Nicht nur die geringe CO2 Einsparung beim Verzicht auf Kunststoffverpackungen macht diesen Weg wenig sinnvoll. Dazu kommt:

  • Alternativen wie Glas und Metall sind wesentlich energieintensiver.
  • Bei intelligenter Verpackung von Lebensmitteln in Kunststoff kann im Schnitt 350g CO2 pro Kilogramm eingespart werden. Auch die berühmte Salatgurke bringt in Folie eingeschweisst Vorteile: der CO2 Fussabdruck verbessert sich, weil der Anteil an Food Waste von 9.4% auf 4.6% zurück geht. 4 
     

Fazit: wenn man Klimaschutz ernsthaft betreibt, führt kein Weg an Kunststoffverpackungen vorbei.

 

 

Quellen:

1 zeba, Cham, 2018
2 Treibhausgasemissionen in der Schweiz, BAFU, Bern 2018
3 Business Travel Tip, Zürich, 01/2019
4 How Packaging Contributes to Food Waste Prevention, Denkstatt, Wien 2017
Photo by Fancycrave on Unsplash